

Um klimaneutral zu werden, leistet Solarenergie einen wichtigen Beitrag. Das Ziel sind 400 Gigawatt bis 2040. Dabei treten verfügbare Flächen für Ackerbau und Windkraft oder Photovoltaik zunehmend in Konkurrenz, was allerdings durch Agri-PV verhindert werden kann. Denn es kombiniert Pflanzenkulturen, Viehzucht und Solarenergie. Die Vorteile und was es bei der Installation zu beachten gilt, erklären wir dir in diesem Artikel.
Agri-PV steht für Agri-Photovoltaik und kombiniert die Pflanzenzucht oder Tierhaltung mit der Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie. Dazu werden auf Ackerflächen Solarmodule installiert, die mindestens 2,1 Meter hoch aufgeständert sind. Die Höhe und ausreichend Abstände sorgen dafür, dass die landwirtschaftliche Nutzung weiterhin möglich bleibt. So können darunter Tiere grasen, wenn die PV-Anlage auf Grünland aufgestellt wird. Wird sie auf einer Ackerfläche installiert, können schattentolerante Pflanzenkulturen darunter gut wachsen.
Das Konzept wurde bereits 1981 entwickelt, 2021 wurde der Standard DIN SPEC 91434 entwickelt.
Geeignet sind beispielsweise:
Flächen konkurrieren zunehmend miteinander, da sie für die Klimaneutralität bis 2045 benötigt werden. Für viele Flächen (laut Deutschlandfunk etwa 4 Millionen Hektar) besteht aber Potential, sie mit Agri-PV doppelt zu nutzen. Das Ziel ist es, bis 2040 400 Gigawatt Leistung aus Solar- und Windenergie zu installieren.
Laut dem ISE (Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme) könnten von den 17 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche (LF) 4 Mio. Ha optimal für PV genutzt und so 500 Gigawatt Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.
Die Flächen sollen aber in erster Linie dem Ackerbau vorbehalten sein, wie man in Gerichtsurteilen lesen kann.
Agri-PV löst diesen Flächenkonflikt optimal, indem die Module mit ausreichend Abstand und Höhe installiert werden. Trotzdem macht es derzeit nur einen Anteil von weniger als 1% an der Gesamtleistung aus.
Die Modellregion Baden-Württemberg zeigt beispielsweise, wie ganze Gemeinden so klimaneutral mit Strom versorgt werden können. Zudem könnte der Strombedarf Deutschlands mit landwirtschaftlichen Solaranlagen gedeckt werden.
Dabei bieten die Solarmodule viele Vorteile für Tiere und Pflanzen. Sie schützen nämlich vor Hitze, Frost, Hagel und Wind und spenden Schatten. Dies ist insbesondere deswegen wichtig, weil durch Sonne und Wärme auch Wasser verdunstet.
Außerdem verlieren Pflanzen durch Hitzestress auch mehr Wasser. Das wird durch die PV-Anlagen verhindert, wodurch schlussendlich Wasser gespart wird.
Das Resultat ist also eine Ertragssteigerung insbesondere bei Trockenheit. Da die Pflanzen der Witterung nicht so ausgesetzt sind, wird der Boden auch vor Erosion geschützt.
Die Kombination aus Blühwiese oder Blühstreifen und PV-Anlage kann zur Artenvielfalt beitragen und so den Einsatz von Pestiziden, Pflanzenschutzmittel und Unkrautvernichtungsmittel reduzieren.
Eine Studie aus den USA zeigte zudem, dass sich die Insektenzahl auch ohne Blühstreifen durch Agri-PV verdreifacht hat, wie Deutschlandfunk berichtete. Nach drei Jahren habe die Vielfalt der Insekten und Pflanzenarten exponentiell zugenommen.
Ein Zusammenhang kann darin bestehen, dass die Pflanze weniger Hitzestress hat, weniger transpiriert und somit resistenter gegen Schädlinge ist. So muss weniger Pestizid eingetragen werden, was sich positiv auf andere Pflanzen und Insekten auswirkt.
Photovoltaik soll vor allem an Infrastrukturlinien, ertragsschwachen Flächen oder Konversionsflächen aufgebaut werden, da ertragreiche Flächen weiterhin der Landwirtschaft erhalten bleiben sollen. Denn das Nachhaltigkeitsziel sei zwar wichtig, aber muss in Einklang mit der Landwirtschaft gebracht werden. 66% des landwirtschaftlichen Einkommens muss erhalten bleiben und es ist eine Baugenehmigung notwendig.
Zwar kann der Strom eingespeist oder direkt genutzt werden. Aber derzeit hakt es am mangelnden Netzausbau, da oft der Strom eben nicht eingespeist werden kann.
Außerdem ist der ROI (Return on Investment) sehr niedrig, da es 20 Jahre dauern kann, bis die Installationskosten amortisiert sind. Der Erlös beläuft sich auf 6,5 Cent/Kilowattstunde.
Ja, wenn man auf Förderungen verzichtet. Es gilt allerdings die Pflicht zur Direktvermarktung laut §20 EEG 2021 für Anlagen ab einer Größe von 100 kWh. Jede Kilowattstunde, die man selbst verbraucht, muss nicht direkt vermarktet werden.
Die Förderung im Rahmen des EEG verbietet die Eigennutzung, weil die PV-Anlagen im Sinne des Gesetzes insbesondere deswegen einen Beitrag zur Umwelt leisten, da alle von der Einspeisung profitieren. Dafür gibt es ja dann die Festvergütung. Dabei geht die Einspeisung an den örtlichen Netzbetreiber.
Möchte man andere Förderungen wie durch progres.NRW in Anspruch nehmen, ist die private Nutzung auch nicht erlaubt.
Eine Anlage aus 7 bis 11 Modulen verfügt über eine Leistung von 3 bis 5 kWp (Kilowatt-Peak), weshalb für Privathaushalte die Eigennutzung möglich ist.
Die landwirtschaftliche Fläche, die dadurch verloren geht, beläuft sich bei offenen Systemen auf 10 bis maximal 15 Prozent.
Für die Einspeisung wird eine Festvergütung von 6 bis 9 Cent pro Kilowattstunde über 20 Jahre hinweg ausgezahlt sowie Zuschläge pro Kilowattstunde. Diese nehmen allerdings seit 2021 ab und betragen circa 0,5 ct/kWh.
In NRW bekommt man mit progres.NRW statt einer Festvergütung einen Investitionszuschuss von 25 Prozent für den Bau, Transport und die Beratung im Voraus.
Wird die Landwirtschaft nicht beeinträchtigt, werden auch die GAP-Direktzahlungen (Gemeinsame Agrarpolitik) weiterhin ausgezahlt. Seit 2025 wird nur noch die Fläche abgezogen, die tatsächlich bedeckt ist von den Paneelen.
Für die Förderung laut EEG muss man allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen:
Die Direktvermarktung von Solarstrom aus der eigenen Agri-PV-Anlage kann sich lohnen, da der Strom auch für den eigenen Hof genutzt werden kann und die Direktvermarktung mit Marktprämien vergütet wird.
Sie verhindert Flächenkonkurrenz, trägt zur Klimaneutralität bei und schont Ressourcen.
Außerdem kannst du nicht nur den Strom direktvermarkten, sondern auch Obst, Beeren oder Kartoffeln, die du darunter anbaust. Wenn du für deine regionale Lebensmitteldirektvermarktung noch eine passende ERP-Software suchst, ist FrachtPilot genau das Richtige für dich!
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